Kaltplasmatherapie
Unterstützung der Wundheilung, Keimreduktion und Regeneration
Kaltplasmatherapie
Physikalisches Plasma zur Unterstützung der Wundheilung
Kaltplasma, auch als kaltes atmosphärisches Plasma (CAP) bezeichnet, ist ein Plasma, das ohne relevante Erwärmung des Gewebes angewendet werden kann. Dabei entstehen reaktive Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen, die Mikroorganismen beeinflussen und körpereigene Prozesse der Wundheilung unterstützen können. [1, 2]
Was bewirkt Kaltplasma?
Die dabei entstehenden Stoffe können auch körpereigene Zellen bei wichtigen Heilungsprozessen unterstützen. Dazu gehören beispielsweise die Neubildung von Gewebe, die Erneuerung der Haut und die Regulation von Entzündungsprozessen. [1, 2]
Gleichzeitig kann Kaltplasma die Anzahl von Keimen in der Wunde reduzieren und die Bildung bzw. Stabilität von Biofilmen beeinflussen. [1, 2]
Einsatz bei chronischen Wunden
Bei chronischen Wunden können Entzündung, Keime und eine verlangsamte Heilung den natürlichen Heilungsprozess erschweren. Kaltplasma kann hier als ergänzende Behandlung eingesetzt werden. [1, 2]
Studien zeigen insbesondere bei chronischen Wunden und diabetischen Fußulzera positive Ergebnisse. Beschrieben wurden unter anderem eine kleinere Wundfläche, bessere Heilungsraten und weniger Bakterien in der Wunde. Eine Meta-Analyse aus 2026 wertete dazu 12 randomisierte kontrollierte Studien mit 477 Patient:innen aus. [3, 4]
Weitere Einsatzmöglichkeiten
Kaltplasma wird auch bei infizierten Wunden, diabetischen Fußulzera, Ulcus cruris, Dekubitus, Wundheilungsstörungen und Verbrennungen eingesetzt bzw. wissenschaftlich untersucht. Auch bei bestimmten Hautproblemen gibt es Anwendungsbereiche. [1–4] Bei Tumorwunden kann Kaltplasma im Rahmen der palliativen Versorgung zur lokalen Keimreduktion und damit zur Verringerung von Wundgeruch beitragen. [5]
Das verwendete Therapiegerät
Für die Kaltplasmatherapie bei WundPal kommt das plasmaONE® MEDICAL zum Einsatz. Es erzeugt aus der Umgebungsluft ein Plasma ohne relevante Erwärmung des Gewebes und ist für die mobile Anwendung geeignet. [5]
Kaltplasmatherapie bei WundPal
Bei WundPal wird Kaltplasma als ergänzende Behandlung eingesetzt und in das individuelle Wundtherapiekonzept integriert. Grundlage ist immer die fachliche Beurteilung der Wunde und ihrer Ursache. Die notwendige Standardtherapie bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Wissenschaftliche Quellen
[1] Bekeschus S, Boeckmann L, Thiem A, Emmert S. (2026). Die Kaltplasma-Technologie in der Behandlung von Menschen mit chronischen Wunden. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 24, 216–229. DOI: 10.1111/ddg.70053.
[2] Raissi-Dehkordi N et al. (2025). Advancing chronic and acute wound healing with cold atmospheric plasma: cellular and molecular mechanisms, benefits, risks, and future directions. Frontiers in Medicine.
[3] Yuan N, Yang Y, Cai J, Tan C, Ran X. (2026). Effects of cold atmospheric plasma therapy on chronic wounds: A systematic review and meta-analysis. Journal of Tissue Viability, 35(3), 101017. DOI: 10.1016/j.jtv.2026.101017.
[4] Li Y, Li L, Lin H, et al. (2025). Cold Atmospheric Plasma for Promoting Healing and Anti-Infection of Chronic Wounds: a Meta-Analysis. Clinical Laboratory, 71(3). DOI: 10.7754/Clin.Lab.2024.241028.
[5] plasma MEDICAL SYSTEMS GmbH. plasmaONE® MEDICAL – Kaltes Plasma in der Humanmedizin. Herstellerinformationen zu Technologie, Anwendungsbereichen und Gerätekonzept.