ABI (KAI) Messung
Nicht-invasive Beurteilung der arteriellen Durchblutung der Beine – besonders wichtig bei chronischen Wunden.
Was ist der ABI (KAI)?
Der Knöchel-Arm-Index (KAI), international als Ankle-Brachial Index (ABI) bezeichnet, vergleicht den systolischen Blutdruck am Knöchel mit dem systolischen Blutdruck am Oberarm. Er gibt einen objektiven Hinweis darauf, wie gut die Beine und Füße arteriell durchblutet werden. [1, 2, 3]
Der ABI ist eine einfache, nicht-invasive Untersuchung zur Erkennung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Eine eingeschränkte arterielle Durchblutung kann die Wundheilung deutlich beeinträchtigen. Deshalb ist der ABI insbesondere bei chronischen Wunden, Ulzera und diabetischen Fußulzera von Bedeutung. [2, 3, 4]
Der ABI hilft zu erkennen, ob das Gewebe im Fuß ausreichend mit arteriellem Blut versorgt wird.
Wie wird gemessen?
Die Messung erfolgt in Ruhe und in Rückenlage. Blutdruckmanschetten werden an den Oberarmen und Knöcheln angelegt. Aus den systolischen Druckwerten wird der ABI berechnet:
ABI = systolischer Knöcheldruck / systolischer Oberarmdruck
Bei der automatisierten Messung übernimmt das MESI mTABLET ABI die Messung und Berechnung der Werte. Das System arbeitet mit einer oszillometrisch aufgezeichneten Plethysmographie und stellt die Messergebnisse automatisch dar. [1, 2]
Was bedeuten die Werte?
- ABI ≤ 0,90: Hinweis auf eine relevante pAVK. [3]
- ABI 0,91–0,99: grenzwertig; eine pAVK kann nicht sicher ausgeschlossen werden. [2, 3]
- ABI 1,00–1,40: im Allgemeinen normal. [2, 5]
- ABI > 1,40: möglicherweise nicht ausreichend komprimierbare, stark versteifte Arterien. Der ABI ist dann nicht zuverlässig beurteilbar. [2, 5]
Was bedeutet ein ABI > 1,40?
Ein sehr hoher ABI bedeutet nicht automatisch eine besonders gute Durchblutung. Bei stark versteiften Arterien, beispielsweise bei einer möglichen Mediasklerose, kann die Manschette das Gefäß nicht ausreichend zusammendrücken. Dadurch kann der gemessene Wert künstlich erhöht sein. [2, 5]
Ein ABI über 1,40 beweist daher allein keine Mediasklerose. Er ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass der ABI möglicherweise nicht zuverlässig beurteilt werden kann. In diesem Fall sollte eine weiterführende gefäßmedizinische Abklärung erfolgen. [2, 3, 5]
ABI-Messung bei WundPal
Bei chronischen oder schlecht heilenden Wunden kann die ABI-Messung ein wichtiger Bestandteil der Wund- und Gefäßbeurteilung sein. Der Messwert wird immer gemeinsam mit dem Wundbefund, Beschwerden, Risikofaktoren und weiteren klinischen Beobachtungen betrachtet. [3, 4]
Die ABI-Messung ist ein Assessment des arteriellen Gefäßstatus und ersetzt keine vollständige gefäßmedizinische Diagnostik. Bei auffälligen oder nicht zuverlässig beurteilbaren Ergebnissen empfiehlt WundPal eine weiterführende ärztliche bzw. gefäßmedizinische Abklärung. [3, 5]
Wissenschaftliche Quellen
[1]
MESI.
Knöchel-Arm-Index – Messung mit dem
MESI mTABLET ABI.
Herstellerinformationen zu Messverfahren,
Anwendung und Ergebnisdarstellung.
MESI – Knöchel-Arm-Index
[2] MESI. Der erfolgreiche Umgang mit der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). MESI PAVK E-Book, Datenstand April 2024.
[3]
AWMF.
S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge
der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.
AWMF-Registernummer 065-003,
Stand 2024.
AWMF – S3-Leitlinie pAVK
[4] AWMF. S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. AWMF-Registernummer 037-009, Stand 2024.
[5]
Gornik HL et al.
2024 ACC/AHA/AACVPR/APMA/ABC/SCAI/SVM/SVN/SVS/SIR/VESS
Guideline for the Management of Lower Extremity
Peripheral Artery Disease.
Circulation, 2024.
2024 ACC/AHA Guideline – Lower Extremity PAD